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Wolfgangs Tagebuch:
Praktikantinnen
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Nervende Praktikantinnen
In
der Abteilung für Schadensregulierung kam es gestern Mittag
zu einem Eklat. Eine der beiden neuen Praktikantinnen beschwerte sich darüber, daß ihr
Chef ihre dunkelhäutige Kollegin massiv bevorteilen würde
und daß sie sich mit ihrer hellen Hautfarbe diskriminiert
fühlen würde. Der zuständige Abteilungsleiter wies darauf
hin, daß er die farbige Mitarbeiterin vor allem deshalb
vorzöge, weil sie bei mehreren Gelegenheit, einmal sogar in
der Mittagspause, anhand einer Speisekarte, unter Beweis
gestellt hatte, das sie sogar lesen könne und dies für ihn
einen enormen Vorteil bei der Zusammenarbeit mit der
Praktikantin bedeute. Vor allem wenn er ihr während eine
Telefonats Arbeitsaufträge diskret unter dem Schreibtisch
erteilen wolle.
Da ich auch Obmann und Schlichter in Abteilungen S bis Z
bin, mußte ich für dieses Problem schnell eine Lösung
finden. Carol war natürlich nicht bereit ihre
schwarze Haut zu verbergen oder künstlich aufzuhellen und
einen Rollkragen-Pullover zu tragen. jAlso entschied ich
mich dafür, der Praktikantin Lisa einen
Turbobräuner an ihrem Arbeitsplatz bereit
zu stellen, so daß sie in angemessener Zeit nachbräunen und
ihren Hauttyp-Nachteil ausgleichen könnte. Eigentlich hätte
das Problem damit beseitigt sein sollen, doch kurze Zeit
später tauchte bei mir der Männerbeauftragte auf und
forderte, daß der Turbobräuner zu bestimmten Zeiten auch von
den Männern benutzt oder zumindest mitbenutzt werden könne.
Es hat ja nie ein Ende
Julia Sonnet -
Polnische Krankenschwester
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