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Kaum
hatte Angela Merkel im Fernsehen die erste Folge von die
Bräuteschule 1958 gesehen, konnte sie auf ihrem Sessel nicht
ruhig sitzenbleiben. Natürlich verrutschte wieder ihr Hüfthalter
und die Nylons saßen auch nicht mehr gerade., nachdem sie auf dem
Polster ihren Hintern eine Zeitlang hin und her geschubbert hatte.
Aber die Kanzlerin war zu aufgeregt, um sich um ihre Nähte zu kümmern.
Seit sie weiß, wie sie im
Mieder auf Männer wirkt, ist sie zu der Überzeugung gelangt,
daß die deutsche Frau wieder mehr Wert auf ihre Unterbekleidung
legen sollte. Und überhaupt wurde dieses Land schließlich in
Strapsen aufgebaut und zu dem gemacht, was es heute ist.
Also rief sie flugs ihre Staatsministerin Hildegard Müller an
und verlangte, daß diese einen Gesetzentwurf ausarbeitete, der für
jedes Mädchen in Alter von 16-25 einen Pflichtbesuch in einer neu
einzurichtenden Bräuteschule vorsieht. Das deutsche Mädchen hat
nicht nur ein Recht auf einen Kindergartenplatz, eine halbwegs erträgliche
Schulbildung, sondern auch einen Anspruch auf Einweisung in die
traditionellen Fertigkeiten der weiblichen Überlebenskunst. Das
kann ihr selbst im Berufsleben nur von Nutzen sein, mahnte Angela,
die aus reichlich Erfahrung sprach. Immerhin ist sie innerhalb weniger
Jahre von der Mauerente zur Miederherrin über einige Millionen Seelen
geworden und das sogar ganz ohne Bräuteschule.

Damit die Mädchen nicht ganz so dumm dastehen wie in dem Film,
schlug die Staatsministerin im Kanzleramt vor bei der Gelegenheit
auch gleich noch die Uniformpflicht an Schulen einzuführen. Wenn
die jungen Dinger bereits von klein auf die Schulbank im Mieder
drücken, dann sitzen wenigstens die Nylons an Ort und Stelle, wenn
sie sich beim Bettenmachen oder Kochen dumm anstellen und bücken
müssen. Angela war begeistert von dieser Idee und wußte wieder,
warum sie diese Müller eingestellt hatte. Ein kurzer Anruf bei Westerwelle
ergab, daß auch die Opposition die diesem Punkt ganz auf ihrer Linie
war. Zumindest interpretierte Merkel Guidos unverständliche Grunzen
und Schmatzen am anderen Ende der Leitung in dieser Richtung.
Also ist nur einen Tag nach der Ausstrahlung der ersten Folge
von "Bräuteschule" die Beschlußlage folgende: Rückwirkend zum 1.1.1980
werden alle Mädchen und Frauen, die zu diesem Zeitpunkt das 25.
Lebensjahr noch nicht überschritten hatten, verpflichtet ein halbes
Jahr lang die Bräuteschule zu besuchen. Schließlich gibt es ja auch
eine allgemeine Wehrpflicht für die Jungen. Darüber hinaus sind
alle Schüler verpflichtet Uniformen zu tragen, wobei bei den Mädchen
ein besonderes Augenmerk auf dem
vermehrungsfreundlichen Umgang mit dem Hüfthalter gelegt. Und,
wo wir gerade dabei sind, wird der Aufklärungsunterricht durch einen
Kochkurs ersetzt.
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