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Die provokante Miederqueen trägt gerne lange und offene Mäntel.
Zugehen tun die Mäntel in der Regel sowieso nicht, dazu müßten sie
zwei Nummern größer sein und die Queen achtet genau darauf, daß
der Mantel immer rechts und links an den Brüsten vorbei gerade herunterfällt,
so daß man im Profil zuerst weiß hervorstechen sieht, wohin der
Blick der Menge auch fallen soll. Der Mantel ist für diese Art Frau,
so eine Art Schutzcape, der ihre vermeintlichen Problemzonen bedeckt
und frei läßt, was unzweifelhaft sehenswert ist. Also Brust, Kopf
und bestenfalls ein Stück der Waden.
Betritt die provokante Miederqueen ein öffentliches Lokal, bleibt
der Mantel solange an, bis sie sich sicher fühlt und einige potentielle
Anbeter gesichtet wurden.

Die provokanten Miederqueens werden von ihren Mitbewerberinnen
oftmals verächtlich, als Preßwurst beschimpft, was eben aus der
viel zu eng gewählten Kleidung resultiert. Dennoch ziehen diese
Frauen massiv die Blicke beiderlei Geschlechts auf sich. Aus welchen
Gründen auch immer. Das ist der provokanten Miederqueen auch völlig
Wurst, weil es ihr primär um genau diese fortwährende Anerkennung
durch Blicke geht.
Provokante Miederqueens arbeiten gerne in Büros oder Verwaltungen
mit Klimaanlagen und sind selten in festen Beziehungen zu finden.
Wenn sie mal eine längere Beziehung, die bloße Anschauen hinausgeht,
eingehen, tendieren sie nach einiger Zeit dazu sich entweder in
eine Gelegenheitsmiederqueen oder, was weit häufiger vorkommt in
eine Miederherrin zu verwandeln.
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