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Die provokante Miederqueen liegt zumeist etwas, bis reichlich
neben dem gesellschaftlichen Schlankheitsideal, sonst würde sie
sicherlich in Stretchhosen, nabelfrei oder in tiefausgeschnittenen
Latexklamotten rumlaufen. Sie hat aber entdeckt, daß nicht alle
Männer auf diese Ideallinie stehen. Daher hat sie sich für ein eher
konservative Outfit entschieden und stellt die erotische Komponente
ihrer Kleidung, die eigentlich zum stützen, formen und verdecken
gedacht ist, gerne und reichlich heraus.
Prinzip ihrer Erscheinung ist die adrette Schlampigkeit. Das
soll heißen, die Röcke sind immer zu kurz, so daß spätestens beim
Hinsetzen der Strumpfrand hervor lugt. Und huch, die Strumpfhalter
sind unter dem etwas zu engen Rock immer wieder verdreht, so daß
sie sich auch ordentlich abzeichnen, genau so, wie die BH-Träger
auch. Selbstverständlich ist bei ihrer Bluse immer ein Kopf ausgeleiert,
der sich fortwährend wie von selbst aus dem Knopfloch schiebt. Gut,
es bedarf schon einer gewissen Geschicklichkeit, das Knopfloch so
weit aufzutrennen, daß weder die Bluse Schaden nimmt, noch, daß
man die Manipulation sofort erkennt.
Die Bluse der provokanten Miederqueen ist entweder „beim Waschen
eingelaufen“, also so eng, daß aber auch alles und überall nach
außen drängt und die Nähte der Kleidung tiefe Einblicke in die Belastbarkeit
einzelner Garne und Fäden verleihen, oder so weit, daß man das Gefühl
hat, die ganze Frau würde jeden Moment aus ihrer Bluse herausfallen,
wenn sie sich auch nur noch vorn bückt, um ein Stück Zucker in ihre
Kaffeetasse plumpsen zu lassen.
Generell tendiert die provokante Miederqueen zu allerlei Ungeschicklichkeiten.
So sind Kaffeeflecken, die andauernd aufwendig weggerieben
werden müssen, genauso Alltag, wie die Kuchenkrümel, die fortwährend
aus und von der Kleidung gefischt werden müssen. Ihr
BH, obwohl er solider wirkt als Assuan-Staudamm bedarf permanenter
Korrekturen. Wohl weil er zwackt, was bei zwei Nummern zu klein
kein echtes Wunder ist.
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