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Lass jucken, Jecke!

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Lass jucken, Jecke!

 

Lass jucken, Jecke!

(Kurzgeschichte)

 

Kurzgeschichte als HörgeschichteEine Karnevalsvereinigung der besonderen Art. Da wo das Schunkeln böse Flecken hinterlässt. Es ist ja nicht nur im Karneval, sondern gerne überall da, wo in großer Geselligkeit getrunken wird, ein alter Brauch die meist zu knapp bemessenen Sitzgelegenheiten mit anderen zu teilen. Dabei kann es natürlich leicht zum Vollkontakt-Schunkeln kommen.

 

Karneval war nicht wirklich seine Sache. Genau genommen war er noch nie bei einer solchen Veranstaltung gewesen. Er war weder Freund von Festzeltreihen mit langen Bänken, wo man, wenn man sein Wasser abschlagen musste sich fast bettelnd durch die Reihen kämpfen musste, noch war er ein Liebhaber flacher Witze, die ihm nur selten ein Lächeln abzwingen konnten. Warum zur Hölle war er also hier? Inmitten schenkelklopfender, angetrunkener Japaner, die doch eigentlich sowie nichts verstanden, aber auf den Tusch grundsätzlich und spontan mit heftiger Heiterkeit reagierten? Nun ja, er war hier, weil er seinen Job behalten wollte und das hier zum Standard-Prozedere gehörte, wenn man für einen japanischen Autobauer in Köln arbeitete.

Horst hoffte, dass das zweite Bier ihn dem Humorniveau in der Festhalle näher brachte. Er sah sich um und konnte vor lauter vorquellenden Brüsten, kurzen Röcken bis zur Oberkante des Hinterns in Strumpfhosen, die eine gewisse Blöße simulierten, kaum noch einen anderen Sinn entdecken, als sich heimlich unter dem Tisch einen runter zu holen. Aber solange seine japanischen Kollegen mit beiden Händen auf dem Tisch Biergläser stemmten wollte er davon lieber Abstand nehmen.

 

Das war hier wirklich die Hölle. Allein dieses Gedränge machte Horst fertig. Im Gegenteil zu seinen U-bahn-erprobten Kollegen aus Fernost, hatte Horst geradezu eine Berührungsphobie. Seine Ohren schmerzten von dem sinnleeren Krach um ihn herum und er wäre jetzt doch gerne aufgestanden und gegangen. Aber nachdem er zwei Stunden Büttenreden mental ausgeblendet hatte, war seine Konzentrationsfähigkeit am Ende und er ergab sich in das unausweichliche Schunkeln, das die Japaner so liebten. Hey, das war urig und gesellig. Super.

...

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