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Was dem Klempner
sein Rohr ist, ist dem Maler sein Pinsel. Doch zum Sex gedrängt,
wird aus jedem Handwerkszeug ganz schnell mal eine Waffe. Kein
Chance für das Modell.
„Henry, mein Liebling, findest du nicht auch, daß du dich
mit diesem Modell ein bißchen zu lange aufhältst?“ fragte Louise,
während sie mit dem großen Fleischmesser hauchdünne Scheiben
aus der Gurke schlug.
„Wie kommst du darauf?“ fragte Henry verwundert und nahm
sich eine der Gurkenscheiben.
„Sonst brauchst du fünf bis zehn Sitzungen, dann nimmst du
dir ein neues Modell, aber diese Maria kommt bestimmt schon
zum vierzigsten Mal. Ist doch eigenwillig, oder?“
Henrys begnadete Finger entgingen nur knapp dem Gurkenschaffot.
„Na ja, sie hat so herrlich hellenistische Formen. Hast du
bei meinen letzten Skizzen diese wundervoll geschwungenen Linien
ihrer Hüften gesehen?“
„Genausogut könntest du eine Birne als Schablone nehmen,
oder?“
„Schon, aber Birnen bewegen sich nicht so graziös
und sind ausgesprochen exzentrisch, wenn es darum geht, eine
bestimmte Pose einzunehmen“, erklärte Henry lachend. Gewöhnlich
war seine Frau nicht eifersüchtig auf seine Modelle.
weiter...


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