
(Kurzgeschichte)

Was dem Klempner sein Rohr ist, ist dem Maler sein Pinsel. Doch wird der Meister in die Ecke gedrängt, wird aus jedem noch so harmlos erscheinenden Werkzeug ganz schnell eine todbringende Waffe. Und mehr als eine Frau kann selbst der Maler auf Dauer nicht gebrauchen. Auch der Künstler hat so seine Ordnung.
„Henry, mein Liebling, findest du nicht auch, dass du dich mit diesem Modell ein bisschen zu lange aufhältst?“ fragte Louise, während sie mit dem großen Fleischmesser hauchdünne Scheiben aus der Gurke schlug.
„Wie kommst du darauf?“ fragte Henry verwundert und nahm sich eine der Gurkenscheiben.
„Sonst brauchst du fünf bis zehn Sitzungen, dann nimmst du dir ein neues Modell, aber diese Maria kommt bestimmt schon zum vierzigsten Mal. Ist doch eigenwillig, oder?“
Henrys begnadete Finger entgingen nur knapp dem Gurkenschaffot.
„Na ja, sie hat so herrlich helenistische Formen. Hast du bei meinen letzten Skizzen diese wundervoll geschwungenen Linien ihrer Hüften gesehen?“
„Genauso gut könntest du eine Birne als Schablone nehmen, oder?“
„Schon, aber Birnen bewegen sich nicht so graziös und sind ausgesprochen exzentrisch, wenn es darum geht, eine bestimmte Pose einzunehmen“, erklärte Henry lachend. Gewöhnlich war seine Frau nicht eifersüchtig auf seine Modelle.
„So so, graziös ist sie auch noch. Oh, tu bitte nicht alle Gurkenscheiben in den Salat, ich brauche noch ein paar für meine Maske nachher.“
„Spüre ich da die Flamme der Eifersucht?“
„Na und? Du hast im letzten Monat mehr Zeit mit ihr als mit mir verbracht. Sollte ich mir da keine Gedanken machen?“
„Du kannst ja im Atelier aufpassen, dass ich keinen Unsinn mache. Ich habe nichts zu verbergen.“
„Sie nicht albern“, sagte Louise, aber fand die Idee eigentlich gar nicht so abwegig.
„Übrigens zeichnet sie selbst auch ganz gut. Sie studiert Kunst und arbeitet hauptsächlich mit Acryl. Du würdest sie bestimmt mögen. Vielleicht male ich euch ja mal zusammen. Ich habe dich schon lange nicht mehr gezeichnet, nicht wahr?“
Als Louise einige Tage später das Atelier betrat, wusste sie sofort Bescheid. Henrys Blick sprach Bände. Maria war wirklich hübsch. Sie hatte einfach etwas. Zufrieden registrierte Louise, dass ihr Mann sie nicht mit irgendeinem durchschnittlichen Modelldummchen betrog.
...
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Eifersüchtige GattinnenShort-Stories Nr. 1In diesem Sammelband mit Kurzgeschichten liegt der Schwerpunkt auf eifersüchtigen Frauen. Teils als Kurzkrimi, aber auch als erotische Kurzgeschichte. Das E-Book im Kindle-Format hat 98 Buch-Seiten und beinhaltet die Geschichten: Die Frau des Malers, Die Frau des Bestatters, Die Frau des Hausmeisters, Die Frau des Bäckers, Die Frau des Schlachters, Die Frau des Gynäkologen und Katrin ist wieder da.
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Die Frau des Malers - Sex mit dem Modell