
(Kurzkrimi)
Dass seine Kollegen allesamt Deppen sind, war Sperling eh klar, wer sollte ihn also erwischen, wenn er sich mal eben seiner Frau entledigte? Ein Anruf und der perfekte Mord? Es ist eben nicht so, daß jeder Entführer immer auch auf ein fettes Lösegeld aus ist.
Die Heckklappe des Mercedes Kombi stand noch offen. Als Sperling im Morgengrauen den sandigen Weg vom Seeufer wieder heraufgestiegen war, schlug er sie mit aller Wucht zu und wischte sich seine Hände am mitgebrachten Handtuch ab. Für einen Mann, der seiner Frau gerade geknebelt und gefesselt im Keller seines Wochenendhauses deponiert hatte, wirkte Sperling erstaunlich gelassen. Aber dazu hatte er auch allen Grund, seine Tat war von langer Hand geplant und gut durchdacht. Zwei Tage käme sie wohl ohne Wasser aus, doch dann würde sie allmählich verdursten. Das ersparte es ihm, selbst Hand an sie zu legen. In einigen Tagen käme er wieder und würde ihre Leiche irgendwo hinbringen, wo sie in kurzer Zeit entdeckt würde, denn sonst käme die Lebensversicherung ja nicht zur Auszahlung.
Am späten Nachmittag rief dann Britta, seine Schwägerin, an und erkundigte sich, wo denn Andrea bliebe. Sie wären gegen Mittag verabredet gewesen und inzwischen sei es zu spät, um noch alles zu erledigen, was sie sich vorgenommen hatten.
„Ich weiß auch nicht, wo sie bleibt, sie ist bereits um zehn heut’ Morgen losgefahren. Vielleicht hatte sie eine Panne“, log Sperling frech in den Hörer.
„Es wird ihr doch wohl nichts passiert sein?“
...
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Nach Anruf, Mord! - Kurzkrimi