(Kurzkrimi)
Ein Kaufhauserpresser und ein Taschendieb kommen sich gewaltig in die Quere. Streng genommen ist es der Taschendieb, der durch seine besondere Technik hier ins Auge sticht. Doch nicht jeder gute Trick erweist auch in jeder Situation als die bombige Idee für die man ihn anfangs gehalten hat. Hier kann man nur noch sagen: Und ab dafür ...
Das Schönste am Einkaufen war, dass die meisten Leute einen Haufen Bargeld dabei hatten. Die Frage war nur noch, wie man es ihnen abnahm. Einfach die Handtasche wegreißen? Zu gefährlich. Überfall in der einsamen Seitenstraße? Unsinn! Die Stadt war überall gerammelt voll. Das war ja gerade der Grund, warum das so ein lohnendes Geschäft war. Jahrelang hatte sich Franzl mit den verschiedensten Taschenspielereien beschäftigt, dann war ihm ein bombiger Trick eingefallen.
Mittwochnachmittag, die Innenstadt war brechend voll. Mitten drin schlich Franzl durch die Kaufhäuser. Er drückte sich vorzugsweise in der Abteilung mit der Damenoberbekleidung herum, auch schon mal bei der Wäsche, seltener bei der Herrengarderobe. Franzl behielt die Umkleidekabinen der Damen genau unter Obacht. Er brauchte nur fünf Minuten, um sein erstes Opfer für heute auszuspähen. Eine junge Frau, so Mitte zwanzig, betrat mit drei Röcken über dem Arm die Anprobe-Kabine. Hurtig suchte sich Franzl eine freie Kabine neben ihr, schlich unbemerkt von der Verkäuferin hinein und schloss den Vorhang. Jetzt hieß es Geduld haben und den richtigen Moment abwarten. Franzl bückte sich und sah unter der Kabinenwand hindurch in die Nachbarkabine. Da fiel auch schon der Rock zu Boden, wurde hochgehoben und gleich darauf einer der neuen anprobiert. Zum Glück hatte sie die Handtasche nicht mal auf den Hocker gestellt, sondern gleich neben sich auf den Fußboden. Die Frau schien schwer mit ihrer Anprobe beschäftigt zu sein. Franzl fischte schnell mit einem Arm unter der Trennwand her und griff nach der Tasche.
Seine Hoffnung, dass sie nichts davon merkte, ging nicht auf.
„Was soll das denn?“ kreischte die Frau hysterisch und trat reaktionsschnell auf die in ihre Kabine eingedrungene Hand. Als Franzl es geschafft hatte, die Hand zurückzuziehen, sah er einen blutig roten, pfenniggroßen Fleck. Warum hatten gerade die Frauen, die ihre Schuhe beim Umziehen anließen, immer so besonders spitze Absätze? Und warum hatte er nicht daran gedacht, dass er sich vorgenommen hatte, nur noch Frauen auszuwählen, die Hosen anprobierten. Die mussten ja die Schuhe ausziehen. Das war beileibe nicht sein erster Pfennigabdruck auf der Hand.
Jetzt sollte er ganz fix das Kaufhaus verlassen. Frauen die einen traten, riefen auch immer gleich nach der Polizei.
„Überfall! Polizeeei!“ kreischte es auch schon aus der Nachbarkabine.
...
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Bombiger Trick - Kurzkrimi