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Die Helsinki-Falle - Kurzkrimi

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Die Helsinki-Falle (Kurzkrimi)

 

Die Helsinki-Falle

(Kurzkrimi)

 

Wem ist nicht auch schon so ergangen: Man will nur eben etwas Geld aus dem Automaten ziehen und findet sich im nächsten Moment als Geisel in einem abgewrackten Wohnmobil wieder. Das drängt dann natürlich den eigentlich geplanten Schuhkauf ein wenig in den Hintergrund. Höchste Priorität für Petra hat jetzt erst mal, mit diesen drei bewaffneten Rabauken fertig zu werden. Und so eine Frau, die es sich nun mal in den Kopf gesetzt hat ein paar neue Schuhe zu kaufen, kann selbst dem abgebrühtesten Bankräuber zum Verhängnis werden.

 

Vielleicht sollte sie doch noch etwas Geld abholen. Wenn sie erst mal einen Schuhladen betreten hatte, das wusste Petra, dann reichte es gewöhnlich vorn und hinten nicht. Immerhin hatte sie es sich angewöhnt zum Schuhkauf generell keine EC- oder Kreditkarten mehr mitzunehmen. Das hatte ihren Dispo schon mehrfach gesprengt.

In der kleinen Volksbankfiliale ging es so kurz nach dem Monatsersten mächtig rund. Kaufrausch. Zumindest um die dunkelgrünen Wildleder Pumps beneidete Petra die Blondine vor ihr in der Schlange vor dem Automaten. Vermutlich hätten die anderen Kunden gedacht, dass sie die Frau viel eher um ihre Figur beneiden würde. Aber Petra hatte sich längst mit ihren Rundungen abgefunden und erwartet von anderen Leuten, dass die das auch taten. Sie selbst jedenfalls fand Hungerhaken eher weniger ansprechend.

„Wollen Sie?“ fragte ein wirklich charmanter Mittdreißiger, die Blondine mit den großen Augen.

„Ja, gern“, kicherte die Blonde kokett und nahm den angebotenen Geldautomaten in Anspruch.

Geiler Bock, dachte Petra und wettete mit sich selbst, dass er sie nicht vorlassen würde. Typisch Hohlkopf.

Als wenn er es gehört hätte, drehte sich der Kerl zu ihr um und sah sie mit den wasserblauen Augen an. „Möchten Sie vielleicht auch vor?“

Petra wurde rot. Und die spontane Überdurchblu-tung beschränkte sich nicht nur auf ihre Wangen.

„Ja, wenn es ihnen nichts ausmacht“, krächzte Petra albern und wusste jetzt, dass er die Blonde nur vorgelassen hatte, um in der Schlange hinter ihr landen. Sie kannte die Wirkung ihres Hinterns und wusste, dass die Männer sie auf der Straße nur ungern überholten, wenn sie einen engen Rock trug.

„Ich habe Zeit“, sagte der Mann freundlich und schob hinter ihr wieder in Schlange. Blondie drehte sich um und lächelte ihm zu. Sozusagen als Danke. Zwecklos. Petra brauchte sich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass sein Blick längst magnetisch auf ihren Glutaeus fixiert war.

Im Hintergrund hörte man eine Kundin genervt nach einer weiteren Kasse fragen. Ja, es war wirklich sehr wenig Personal in der Bank. Streng genommen war eigentlich kaum ein Mitarbeiter zu sehen. Vermutlich eine gewerkschaftlich organisierte Personalversammlung bei Prosecco im Keller.

Eine Antwort bekam die Frau nicht. Jedenfalls nicht von einem Mitarbeiter.

„Was muss man hier tun, um sein Geld zu kriegen?“ fragte die Frau noch eine Spur genervter. „Vielleicht die Polizei holen?“

Wie auf Kommando hörte man in der Ferne gleich mehrere Polizeisirenen. Petra lachte, ein paar andere Kunden lachten ebenfalls. Und der Schalterangestellte sah mit ernster Miene drein und weigerte sich weiterhin Geld an die Kunden auszuzahlen.

Die Sirenen kamen schnell näher und schon hielt der erste Streifenwagen direkt vor der Bank.

„Ich hab die nicht gerufen!“ behauptete die Frau, die sich eben noch beschwert hatte. 

...

 

Die Helsinki-Falle - Kurzkrimi über verpatzte Geiselnahme

Die Helsinki-Falle

Kurzkrimi 

Wem ist nicht auch schon so ergangen: Man will nur eben etwas Geld aus dem Automaten ziehen und findet sich im nächsten Moment als Geisel in einem abgewrackten Wohnmobil wieder. Das drängt dann natürlich den eigentlich geplanten Schuhkauf ein wenig in den Hintergrund. Höchste Priorität für Petra hat jetzt erst mal, mit diesen drei bewaffneten Rabauken fertig zu werden. Und so eine Frau, die es sich nun mal in den Kopf gesetzt hat ein paar neue Schuhe zu kaufen, kann selbst dem abgebrühtesten Bankräuber zum Verhängnis werden.

 

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