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Was macht die Oma nur mit
der ganzen Kohle? Kann doch gar nichts mehr damit anfangen.
Ein paar Tropfen Herzmittelchen zuviel und auf Wiedersehen.
Schon steht der sozial verträglichen Umverteilung nichts mehr
im Weg.
Seit zwei Wochen trug er nun schon dieses
kleine Fläschchen mit sich herum. Jedesmal, wenn er glaubte
so weit zu sein, es endlich tun zu können, sah er sie an, wie
sie dort zerbrechlich, blaß, aber mit klarem Blick im Sessel
saß und die Zeit verstreichen ließ. Und jedesmal sagte er sich:
›Heute nicht. Es ist ein so schöner Tag. Den soll sie noch erleben
dürfen.‹
Auch wenn er glaubte, daß sich das Leben
für sie doch wohl eigentlich nicht mehr lohnen würde. Sie war
so alt geworden. Sie konnte kaum noch mehr als fünfzig Meter
gehen, ohne gleich aus der Puste zu kommen. Alle Bewegungen
schienen ihr schwer zu fallen. Eigentlich tat sie nichts als
täglich die Zeitung zu lesen, ihm zu erzählen, wer nun doch
schon alles gestorben wäre und daß sie so dankbar sein müßte
alle ihre Freunde überlebt zu haben. Dann noch ein wenig fernsehen
und ihr Tag ging vorüber, wie der vorige.
Warum wollte sie noch weiter leben? Das
hatte doch gar keinen Sinn. Sie konnte nichts mehr tun, als
Sauerstoff und Nahrungsmittel zu verbrauchen. Wofür das alles?
Jochen verstand einfach nicht, worin der Sinn im Altsein liegen
sollte. Warum saßen alte Menschen da und warteten auf …, ja
auf was eigentlich? Doch wohl nur auf den Tod.
weiter...


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