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Die Leiche liegt im Keller

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Die Leiche liegt im Keller

 

Die Leiche liegt im Keller

(Kurzkrimi)

 

Inspektor Berger ist ein erfahrener Kriminalist, aber wenn Täter und Opfer andauernd und ohne Vorwarnung die Rollen tauschen, da kann auch ein Profi mal den Überblick verlieren. Natürlich gerät man dann schnell mal in die Situation von der Gesamtlage überrollt zu werden. Die Eigensicherung hat hier ganz klar vorrang.

 

Inspektor Leon Berger war gerade auf dem Weg ins Büro, als ihn der Funkspruch erreichte. Ein Mord wurde gemeldet. Nur wenige Meter von seinem Auto entfernt sah er die Hausnummer 7. Dort sollte das Verbrechen stattgefunden haben. Hastig trat Berger auf die Bremse und scherte aus dem fließenden Verkehr aus. Einen kurzen Moment dachte er über die Blicke der Steuerzahler nach, als die beiden vorderen Stoßdämpfer seines Dienstwagens beinahe durch die Motorhaube schlugen. Doch es war ihm eigentlich egal. Jetzt war er im Einsatz. Er sprang aus dem Fahrzeug und ließ es quergeparkt, mit offener Tür auf dem Gehweg zurück.

Berger war nicht einmal außer Atem, als er die Haustür erreicht hatte. Routiniert zog er seine Dienstwaffe und klingelte. Drinnen tat sich nichts. Nur wenige Sekunden nach dem Anruf rechnete wohl niemand mit der Polizei. Aber er war da und bereit, den Täter zu stellen. Berger schaute die Straße hinunter. Keine Verstärkung in Sicht. Nicht einmal ein Martinshorn war zu hören. Er musste schnell handeln. Hinter dem Haus fand er eine offene Verandatür. Vorsichtig trat er ein. Drinnen war dämmerig und kühl. Angenehm, bei der schwülen Hitze draußen. Aufmerksam arbeitete er sich Zimmer für Zimmer vor, die Dienstwaffe immer im Anschlag. Bei diesem Job wurde man nur pensioniert, wenn man wirklich vorsichtig war oder rechtzeitig an einen Schreibtisch wechselte. Aber letzteres war nichts für Berger.

Im Schlafzimmer wurde er dann fündig. Aber es war nicht die erwartete Leiche. Eine Frau stand dort, mit der Gardinenschnur an den Bettpfosten gefesselt. Außer der in Fetzen zerrissenen weißen Bluse trug sie nur Unterwäsche und ihre Haare waren zerzaust wie nach einem heftigen Kampf. Höchste Alarmbereitschaft bei Berger. Er sicherte sich nach allen Seiten ab, bevor er die Frau befreite.

„Die Leiche meines Mannes liegt unten im Keller“, stöhnte sie weinerlich, während Berger ihr die Fesseln von der Hand löste.

„Wo ist der Täter?“ fragte Berger mechanisch und ließ die Tür und den Kleiderschrank nicht aus den Augen. Immer schön wachsam. Der Killer könnte ihm jederzeit in den Rücken fallen.

„Ich glaube, er ist wieder hinunter in den Keller gegangen“, sagte die Rothaarige, die sich inzwischen wieder ein wenig gefasst zu haben schien.

„Bleiben Sie hier, schließen Sie die Tür und warten Sie auf die Verstärkung. Ich gehe hinunter und sehe nach.“

„Nein, lassen Sie mich nicht allein!“ rief sie entsetzt und drohte die Fassung zu verlieren.

Vorsichtig folgte sie Berger zur Kellertür. Berger fand es völlig unnötig, das Messer im Flur aufzuheben. Er hatte eine Pistole, wozu brauchte sie da ein Messer? Außerdem hielt sie es in absolut lächerlicher Pose vor sich hin. „Bleiben Sie einfach dicht hinter mir!“ riet er der Frau beruhigend.

Im Keller brannte noch Licht. Als Berger die Treppe halb hinunter gegangen war, sah er bereits die beiden Männerkörper auf dem Boden liegen. Der Mann hatte sich wohl noch wehren und den Killer schwer verletzen können, dachte sich Berger. Als er dann dicht genug dran war, um die Postbotenuniform und die vielen Einstiche im Rücken der beiden Männer zu erkennen, wurde ihm ein wenig unheimlich zumute.

Wer hatte eigentlich die Polizei gerufen? Die Frau konnte es nicht getan haben, die war gefesselt. Und die beiden hier waren eindeutig zu tot zum Telefonieren, überlegte sich Berger.

Bevor er die Antwort auf seine Frage finden konnte, riss ihn ein Schrei aus seinen Gedanken. ...

 

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