
(Kurzkrimi)
Gott schütze uns vor durchgeklinkten Ärzten. Aber kann denn Gott uns eigentlich vor sich selbst beschützen? Eine alltägliche Frage bei dem Spiel um Leben und Tod in jedem OP. Wenn jedoch der Chirurg zur Eifersucht neigt, dann möchte man als Liebhaber seiner Frau ganz bestimmt nicht auf seinem Tisch landen.
Professor Schneider wusste bereits wen er da vor sich hatte, als er den OP betrat. Draußen auf dem Gang hatte er den Patienten liegen gesehen und sofort wiedererkannt. Es war der Mann auf dem Foto, das ihm der Privatdetektiv gestern gezeigt hat. Schon lange ahnte Schneider, dass seine Frau fremdging, doch er hatte beschlossen erst etwas zu unternehmen, wenn er unwiderlegbare Beweise in der Hand hatte. Jetzt hatte er durch eine schicksalhafte Fügung ihren Liebhaber auf dem OP-Tisch liegen. Gott hatte dieses Leben in seine Hände gelegt.
Ein Motorradunfall. Es war ein junger Bursche, attraktiv, wie aus der Rasierwasser-Werbung geschnitten. Genau das richtige für die frustrierte Ehefrau zum abreagieren. Schneider sah sich die Schädeldecke genau an. Sie war nicht nur gebrochen, sondern an einer großen Stelle gesplittert und durchbrochen. Schneider konnte nach dem Auftrennen der Kopfhaut seinem Nebenbuhler direkt ins Gehirn schauen.
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Tod im OP - Kurzkrimi