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Entenjagd eröffnet

Die Vogelgrippe wird auch vor den heimischen Weihern und Tümpeln nicht halt machen. Also sollten die Bürger ihren bürgerlichen Pflichten nachkommen und sich zur Wehr setzen. Die Entenjagd ist eröffnet.

Was unsere türkischen Landsleute schon seit geraumer Zeit plagt wird nun auch in Deutschland zur ernsten Bedrohung. Der gemütliche Spaziergang am heimischen Weiher oder im Park mit Tümpel kann zur lebensbedrohlichen Falle für den braven Wandersmann werden. Es wird berichtet, daß an der Vogelgrippe erkrankte Flugenten bereits des öfteren Spaziergänger attackierten und versuchten die zumeist wehrlosen Passanten ohne Vorwarnung mit dem todbringenden Virus zu infizieren.

 

Unsere liberale Haltung zu Handfeuerwaffen gestattet es uns im Allgemeinen nicht sich gegen solche Attacken mit der kurzläufigen Doppelbüchse zur Wehr zu setzen. Also bleibt den meisten braven Bürgern nur die Möglichkeit sich beim sonntäglichen Spaziergang sich einem freundlichen Passanten gut ausgebildetem Hund anzuschließen.

Für Hundebesitzer selbst gilt ab sofort die Devise: "Ente in Sicht, Leinen los!"

"Das ist ja die einzige Chance, diesem Wahnsinn Herr zu werden", erklärte Waltraud O. einem vorbeikommenden Streifengänger des Ordnungsamtes, auf die Frage, weshalb sie ein Bündel toter Flugenten auf dem Rücken mit sich herumtrage.

"Ich kann die ja hier nicht liegen lassen, die haben doch die Vogelgrippe", fuhr sie fort. "Die verseuchten Tiere werde ich ordnungsgemäß im Ofen entsorgen."

Der Gesetzeshüter war erfreut soviel kooperative Tatkraft in Verbindung mit derartig sozialem Engagement in seinem Viertel zu erleben. Auch andere Passanten klatschten spontan Beifall, als Holli, die kleine Terrier-Hündin mit einer weiteren geschnappten Flugente aus dem Gebüsch gelaufen kam.

Das Gesundheitsamt empfiehlt darüber hinaus, bei jedem Spaziergang und jedem Wetter einen aufgespannten Regenschirm bereitzuhalten. Es hat sich gezeigt, daß infizierte Enten auf der Flucht gerne mit Kotbrocken zurückschmeißen, wenn sie es erstmal bis in die Luft geschafft haben. "Dieser Kot könnte bereits eine Infektion verursachen", erklärte ein Mediziner des Gesundheitsamtes.

Auch wenn es noch keinen Grund zur Panik gibt, aber wir behalten auch die Tauben, Möwen und Haubentaucher im Auge, denn die könnten eine echte Plage werden. Die Entenjagd ist nicht das Ende, sondern nur der Anfang.

 

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