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    Porno! Bitte Storno!

    Diesen Beitrag als Podcast hörenNichts erregt im Internet soviel Interesse wie Seiten mit Themen für Erwachsene? Muß nicht immer gleich Porno sein, auch wirklich erotische Seiten sind heiß begehrt. Wie das kommt? Vielleicht weil 85% und mehr der Surfer eben Erwachsene sind? Und nicht wie MSN und Google uns glauben machen wollen der durchschnittliche Surfer 12 Jahre und darunter alt ist und bei dem Wort Silikonbusen dicke Backen bekommt. Die Welt besteht nicht nur aus Disneyland auch nicht für Eltern ... Storno: Für Eltern ganz sicher nicht.

     

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    Daß man als Webmaster enorme Schwierigkeiten hat ein bißchen Werbung auf die Seite zu kriegen, wenn dort auch nur das Wort Erotik vorkommt, kann ich ja noch zähneknirschend hinnehmen. Und, daß die Werbung storniert wird, wenn sich herausstellt, daß man sich, wie ich auf einer meiner Seiten, mit den verschiedenen Aspekten des Tragens von Nylons beschäftigt und nicht nur Strümpfe verkaufen will, mag auch noch angehen. Aber, daß, obwohl eine Seite jugendfrei ist und jeder erdenklichen gesetzlichen Auflage entspricht, sie dennoch aus dem Netz verschwinden soll, das ist schon ein starkes Stück.

     

    Worum geht's denn?  Nun, nachdem MSN bereits angefangen hat Suchergebnisse zu filtern, muß Google halt mal nachlegen. Das Problem ist nur, daß jeder Zensur schreien würde, wenn die Seiten einfach so mir nichts dir nichts im Orkus verschwinden würden. Das wollen die amerikanischen Saubermänner aber auf keinen Fall.

    MSN löst das Problem, indem sie die Seiten zwar listen würden, aber eine Abfrage, die auf solche Seite führen würde einfach untersagt ist. Keiner der das Wort Schwanzlutscher bei MSN eingeben hat und zur Antwort bekam, der Begriff würde zu nicht akzeptablen Suchergebnissen führen, wird im Anschluß dort anrufen und sich deswegen beschweren. Peinlich?

    Andere Suchmaschinen hingegen fahren ganz schwere Geschütze auf. Die haben schließlich einen Ruf (Google won't be evil!) zu verlieren. Dann läuft das folgendermaßen: Seiten, die nicht passen, bekommen das Gegenteil von einer positiven Bewertung, nämlich einen Art Badrank. Der verbreitet sich von der betroffenen Seite aus wie ein Virus, so daß alle Webmaster diese Seite meiden, wie die Pest. Sie wird halt nicht mehr verlinkt, weil man Angst hat sich etwas einzufangen. Auf diese Weise isoliert, hat die Seite innerhalb kürzester Zeit keine Chance mehr gelistet zu werden und kann auf Besucher (Allein Google deckt in Deutschland 90% aller Suchabfragen ab, das ist schon eine Verantwortung) in Zukunft verzichten.

    Mit dem Badrank, haben die Suchmaschinen das AIDS des Internet erschaffen. Danke. Nur gut, daß bei diesen Suchmaschinen äußerst verantwortlich geprüft wird (siehe zum Beispiel: Leipziger Buchmesse und BMW), ob es sich auch wirklich um böse, böse Seiten handelt.

     

    Wie kann man sich diese Prüfung vorstellen? Wenn ich mir das vorstelle, sieht das in etwa so aus: Da sitzt also dieser aufstrebende 25jährige eher ungebildete, amerikanisierte Blaßkopf, dem das postpubertäre angestaute Singlesperma bereits durch alle Hautporen dringt und elend viele Pickel verursacht, die seine Chancen ohne Kohle an eine Frau zu kommen noch mal gründlich minimieren und schaut sich diese supergeilen Seiten im Internet. Dafür wird er auch noch bezahlt. Ein Traumjob. Na, und wenn ihn da irgendwas erregt, und solche Jungens erregt es bereits, wenn sie nur so etwas wie läufige Katze lesen, dann drückt er guten Gewissens und voller Stolz auf die Taste: Porno - bitte Storno. Und schon ist die Welt wieder ein bißchen sauberer geworden. Natürlich gibt es noch einen 28jährigen Supervisor, der nach abgeschlossenem Jurastudium zwar endlich die Kohle für einen Ferrari hat, aber leider auch die dazugehörige Pläte und so hatte der sich das nicht vorgestellt. Also Abnicken, abnicken, abnicken.

     

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