Burlesque Tänzerinnen im Velvet Hammer

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    Burlesque Tänzerinnen

    Diesen Beitrag als Podcast hörenDaß aus dem Garten Eden des Schwachsinns nur Unsinn kommt ist übertrieben. Amerika hat sogar einmal eine völlig eigene Kunstrichtung geschaffen: Den Burlesque Tanz.

     

    Amerikanische Kunstformen haben, aufgrund der repressiven Stimmung in den vereinigten Staaten, zumeist die Fokus auf Sex. Der Burlesque Tanz ist entstanden, weil richtiges Strippen verboten war. Die Mädels tanzten zur Musik und entkleideten sich bis auf einen Stringtanga und, wie sie in arabischen Bauchtanz-Staaten verbreitet sind, sogenannten Pasties auf den Brustwarzen. Drumherum gibt es bei der Burlesque-Show Comedy-Einlagen, aufwendige, farbenfrohe Kostüme und viel Musik.

    Im alten Europa, speziell in Deutschland, haben wir etwas durchaus vergleichbares, wie zum Beispiel die Shows im Schmidts Tivoli. Aber während diese Art Show bei uns mehr zu Kegelklub-Belustigung dient, ist der Burlesque Tanz in den USA eine echte Subkultur.

    Warum ich hier über den Burlesque Tanz schreibe hängt einfach mit einem Bericht auf Arte über den Velvet Hammer zusammen. Dort lernt man einige Burlesque Tänzerinnen kennen, die sich wohl als Nachfahren des White Trashs der siebziger und achtziger Jahre bezeichnen lassen. Die Mädels wie Michele Carr und Rita d Albert kommen aus ärmlichsten Verhältnissen, haben katastrophale Lebensgeschichten, sind von oben bis unten tätowiert und stellen die Show des Velvet Hammer mit dem gigantischen finanziellen Kapital von 4.000 Dollar auf die Beine. Kostüme und Kulissen werden in nächtlicher Eigenarbeit hergerichtet. Keines der Mädels entspricht auch nur entfernt den Gardemaßen oder Schönheitsidealen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Sogar eine strippende Zwergin ist mit von der Partie. Selbst gealterte Gaststars wie Tura Santana arbeiten kostenlos mit.

    Natürlich sieht die amerikanische Öffentlichkeit soviel Engagement, in Sachen Sex und Politik, was in den USA häufig dasselbe ist, nicht gerne. Vor allem den vielen religiösen Eiferern, für die die Achsel des Bösen zwischen den Beinen beginnt und wer weiß wo endet, ist die Show ein Stachel im Fleisch. Unabhängig davon, daß die Show wirklich klasse ist, freue ich mich zu sehen, daß wenigstens einige Amerikaner sich aus ihrer Plastikwelt verabschieden und etwas tun, was Spaß macht und niemandem schadet. Also sich ausziehen und große Brüste schwingen lassen, bis die Pasties abfliegen.

    Auch die Internetseite der Burlesque Show des Velvet Hammer ist absolut sehenswert.

     

     

     

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    Die Burlesque Show des Velvet Hammer