Wie Madame zur Madame wird

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    Die Madame

    Diesen Beitrag als Podcast hörenWas man nicht alles lernt, wenn man auf Suche nach einer Madame Bovary das Internet durchstreift. Da gelingt es einem kaum rein das Ganze rein akademisch zu betrachten.

     

    Eigentlich war ich ja auf der Suche nach einer kleinen Textstelle aus Madame Bovary ... Ich dachte, die ist Uhrheberechtsfrei, die wird schon irgendwer digitalisiert haben. Bei der Suche stoße ich dann auf Madame Royale. Da ich absolut nichts gegen in Satinblusen verpackte Gouvernanten habe, dachte ich mir, wenn's jetzt die Madam Royale gibt kann man ja einen Blick riskieren. Aber Madame Royale entpuppte sich keineswegs, als die Krönung der dominanten Hackenschuhträgerinnen, wie ich vermutete, sondern um eine Internetplattform die sich ausschließlich mit der Frage beschäftigt, ob eine gewisse Tochter von Ludwig XVI. und Marie Antoinette während einer Reise gegen eine andere Madame vertauscht wurde, nachdem sie vermutlich ungewollt, vermutlich schwanger geworden war oder nicht. Und wenn ja, gegen wen und wenn nein, warum nicht. Und vor allem, wie kann man das heute noch feststellen oder beweisen, oder auch nicht. Gerne. Das ist ein interessantes Feld.

    Ob die echte Madame Royale letztlich, als die sogenannte Dunkelgräfin, ihren Lebensabend in Hildburghausen verbachte, oder nicht, bildet des Rätsels zweiten Teil. So, also Madame Royale könnte auch die Dunkelgräfin gewesen sein. Das hört sich für mich alles so an, als ob Madame, ob nun Gräfin oder einfach nur Dunkel, ein ziemlich durchlauchtes Früchtchen mit reichlich dunklen und dominanten Trieben gewesen ist. Erstaunlich, daß es bislang noch keine Madame Royale oder Dunkelgräfin unter den zeitgeistigen Dominas gibt. Die Namen bieten sich doch geradezu an, Madame!

    Wenn es um moderne Namensspender der monetären Dominanz geht, funktioniert das mit Markenprodukten offenbar besser:

    Madame Cartier zum Beispiel bietet ein heiteres Unterfangen für den Mann an, der dem Geldfetisch erlegen ist. Nun, genau genommen ist natürlich Madame Cartier dem Geldfetisch erlegen, denn der zukünftige Shopping-Sklave begleitet Madame nicht nur beim Einkauf, sondern macht derweil auch seine Kreditkarte nackig. Das alles selbstredend erst nach ausführlicher Bewerbung und schriftlicher Darstellung der persönlichen Verhältnisse. Madame Cartier, stellt da hohe Ansprüche. Die läßt sich nicht einfach so von jedem X-Beliebigen etwas kaufen.

     

    Einfacher kann man das natürlich mit der eignen Ehefrau, pardon Madame, haben, wo jeder Mann ganz automatisch irgendwann, spätestens Weihnachten, zum Shopping-Sklaven wird. Das Angebot richtet sich wohl eher an Männer, die sich standhaft der Ehe verweigern, obwohl sie Geld haben.

    Madame Cartier, oder, wie sie selbst sagt, Dr. cl. h.c. Rosita Nissen, vielen angeblich bekannt als Sexualtherapeutin und Autorin von Sexualratgebern (ich habe noch kein Buch von ihr gefunden) legt es wie keine Zweite auf die Geldbörse ihrer Kunden an. Madames Argument: Der finanzielle Ruin des Sklaven ist seine größte Folter. Und damit seine heimliche Erfüllung. Und ihr füllts halt das Täschchen. Absolut überfliegenswerte Seite mit einem brillanten Angebot an den Mann ohne Hirn, von der Domina mit Herz.

    Spielen Sie nicht mit mir, Madame!

     

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