Der Erpresser mit Montessori-Diplom
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Der Erpresser
Gestern fand ich folgendes Schreiben in meinem Briefkasten (keine Email): Kopfzeile: Der Erpresser - Online-Erpressungen aller Art. Betreff: Ihre Seite Textentertainment wird erpreßt. Sehr geehrter Herr Behrens, auf Textentertainment bieten Sie alle möglichen und unmöglichen Geschenke an und verdienen damit auch noch Geld. So sind Sie in unseren Erpresser-Fokus geraten. Um schlimme Folgen für Sie und Ihre Seite abzuwenden gehen Sie sofort auf: www.xxxx.de und geben den geheimen Erpressungs-Code: XXX ein. Dort erfahren Sie unsere weiteren Forderungen. Sollten Sie bis zum 5.9.08 nicht auf unsere Forderungen eingehen, werden wir unsere Drohung in die Tat umsetzen! Keine Polizei! Keine Mitwisser! Erzählen Sie niemandem davon, sonst ...
Als Webmaster reagiert man auf so etwas natürlich reichlich allergisch, denn im Internet schwirren jede Menge abzockende, geldgeile Bedarfskriminelle und Anwaltsversager herum. So daß, man nach ein paar Jahren feststellt, daß allein das Betreiben einer Website diverse Anwälte glücklich macht. Es stellte sich, nachdem ich der Nötigung die angegebene Seite zu besuchen nachgegeben habe, schnell heraus, daß man lediglich von mir verlangte, ebenfalls für die Firma "Design Punkt" Werbung zu machen, wo ich doch auch für die Konkurrenz werbe. Ob die Konkurrenz so ein Verhalten gerne sieht? Das werde ich natürlich nicht tun. Ich mache im Übrigen auch keine Werbung für die Konkurrenz des Herrn Sascha P. von dem dieser Brief stammt. Ich benutze derzeit überhaupt keine Affiliate-Codes in meinen Artikeln. Auf den Brief hin angeschrieben antwortete Herr P. daß es sich ja ganz klar um einen Scherz handele und ich das, wenn ich es nur genau lesen würde, ja wohl auch merken müßte. Nun ist mir diese Art von Humor, wie er in Bamberger Kellergewölben von Einfamilienhäusern gleich vor dem Andreaskreuz vielleicht nicht ganz untypisch ist, leider eher fremd. Eine Entschuldigung, daß man sich vielleicht im Scherz vergriffen habe, wäre völlig ausreichend gewesen. Statt dessen gab es einiges Belehrende, weshalb man das Recht habe solche Briefe zu verschicken und das unsereins sich nicht so anstellen möge. Nett. So ähnlich ist der Tonfall dann auch, wenn das Ehepaar P. sich im Internet beschreibt.
Besonders beeindruckend finde ich, daß das Hauptgeschäft von Herrn P. ausgerechnet ein Shop für Montessori Materialien ist. Ob solcherlei Briefe das Ergebnis des respektvollen Umgangs miteinander sind, auf den Maria solchen Wert gelegt hat? Ich glaube nicht. Aber wie es halt so ist, wer die Bibel verkauft, muß noch lange nicht an Gott glauben, oder sich schon gar nicht an die Gebote halten, wenn die Kasse nicht stimmt. Geschäft ist Geschäft, ist Geschäft. Und das wirft auch ein ganz neues Licht auf den Satz: "Wirb oder stirb!"
P.S.: Wer sein Montessori Material zukünftig lieber politisch korrekt kaufen möchte, dem seien folgende Möglichkeiten empfohlen: Der Montessori Shop Mechernich, Montessori Shop Waidhofen, Lernspielzeug aus Ellwangen oder Montessori Lernwelten.
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