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Danke Sixt, daß Ihr mein Kind benutzt


 

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    Danke SIXT, daß Ihr mein Kind benutzt

    Wer kleine Kinder für Werbezwecke benutzt, sollte nie vergessen, daß die Kleinen die Tragweite solcher Geschäft, die ja gewöhnlich mit ihren Eltern abgeschlossen werden, nicht verstehen. Von daher sollte erhöhte Vorsicht eigentlich selbstverständlich sein. SIXT scheint aber von sozialer Verantwortung recht wenig zu halten. Für einen guten Witz und guten Umsatz gelten keine moralischen Prinzipien.

     

    "Papa, ich will mehr Taschengeld! Sparen kannst du mit SIXT."

    Ja, ich fühle mich von diesem Satz angesprochen. Warum? Weil das mein Sohn auf dieser ganzseiteigen Anzeige im Spiegel (26/08 Seite 39) ist. Nicht etwa, daß ich mein Einverständnis dazu gegeben hätte, im Gegenteil, ich habe klar gesagt, daß ich das nicht möchte. Aber in diesem Fall reichte es halt mal wieder aus, daß die Mutter mit alleinigem Sorgerecht, die Kohle kassieren will.

    Man könnte jetzt sagen, was soll's, ist doch witzig. Mag schon sein, daß das irgendwie witzig ist, aber es trifft mich dennoch hart. Denn "Sparen kannst du mit SIXT" impliziert, daß mein Sohn mir öffentlich vorwirft, daß ich an seinen Bedürfnissen spare, weil ich mir zu teure Autos miete? Dem ist aber nicht so. Papa ist ja hier keine unbekannte Größe, sondern das bin ich. Und schlimm daran ist, daß ich dummerweise etwa 18 Monate lang als Freiberufler keine Arbeit und logischerweise keine Arbeitslosenversicherung hatte. In dieser Zeit konnte ich keinen Unterhalt für Toni zahlen. Was mir auch heute noch, obwohl ich inzwischen jeden Cent nachbezahlt habe, immer mal wieder vorgeworfen wird. Jetzt zur Abwechslung auf ganzseitigen Anzeigen im Spiegel und wo auch immer.

     

    Nun, warum rege ich mich eigentlich auf? Ganz einfach, da hätte ja auch stehen können: "Mama, ich will mehr Taschengeld". Die war schließlich mit der Anzeige einverstanden. Aber nein, SIXT nimmt Papa und kümmert sich nicht die Bohne darum, wie das Verhältnis zwischen dem öffentlich angeprangerten Vater und der Mutter ist. Ein bißchen soziale Verantwortung, bevor man so eine Anzeige schaltet, kann man von einem Konzern, der eine eigene Kinderhilfe betreibt (Regine SIXT Kinderhilfe) wohl erwarten. Aber es ist natürlich einfacher einen Scheck nach Afrika zu schicken, als sich hier den Umsatz und die Laune durch überflüssige Vorsicht und aufwendige Recherchen vermiesen zu lassen. Natürlich weiß SIXT nichts von dem persönlichen Schicksal des abgebildeten Kindes, SIXT braucht Kinder für Photos, SIXT zahlt einen Scheck, SIXT kümmert es nicht weiter, was so eine Kampagne dann vielleicht in der Familie für Spannungen auslöst. Klar SIXT hat eine Agentur beauftragt und die hätte bei dem obigen Werbeslogan sich besser von den Sorgeberechtigten versichern lassen, daß es keine familiären oder gar finanziellen Spannungen zwischen Mama und Papa gibt, die den besagten Slogan vielleicht zur Beleidigung werden lassen. Aber nachdenken ist wohl nicht jedermanns Sache. Sofern die Werbeagentur, die für diese Kampagne zuständig ist, immer noch Jung von Matt ist, wundert einen natürlich nichts mehr. Denn wes Geistes Kind Jung von Matt ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Hauptsache, den Raabschen Spaß gehabt. Immer nett auf Kosten anderer gelacht.

    Nun muß ich wohl damit Leben, daß mein Sohn mir demnächst vielleicht von einer großen Plakatwand entgegen schreit: "Ich will mehr Kohle", obwohl die Mutter des Kindes bereits vor drei Jahren, obschon klar war, daß ich zu diesem Zeitpunkt zahlungsunfähig war, sich nicht davon abhalten ließ, alle mein Konten zu pfänden, meine Mietkaution zu pfänden und all mein bewegliches Hab und Gut abholen zu lassen, sofern es denn irgendeinen Wert hatte. Toll! Und jetzt verlangt SIXT von mir, daß ich dem Kind mehr Taschengeld zahlen soll?

    Da macht sich SIXT zum Handlanger in einer Beziehungskomödie erster Güte, indem SIXT der Mutter hilft mich öffentlich bloß zu stellen. Da kann ich nur sagen: Danke SIXT, daß Ihr mein Kind benutzt, um mich zu demütigen.

     

    Das einzig Gute an der Sache ist, daß ich jetzt ein Foto meines Sohnes auf meiner Seite mit meiner Biographie einstellen darf, was mir die Mutter zuvor untersagt hatte, weil es ihrer bescheidenen Meinung nach die Persönlichkeitsrechte der Kinder verletzt, wenn ich sie auf meiner Biographie-Seite namentlich und mit Bild erwähne und als meine Kinder bezeichne. Nun, für die schauerliche Darstellung meines Kindes dort oben, hat die Mutter ja wohl Geld bekommen, da ist es dann mit den Persönlichkeitsrechten der Kinder nicht mehr so weit her. Was mich selbst angeht, so sage ich mir selbst immer wieder brav:

    "Wer mit den Schweinen suhlt,
    darf nicht jammern, wenn er schmutzig wird."

     

    Ist auch alles normal für SIXT, hier einige weitere Beispiel für das Niveau der SIXT-Werbung mit Jung von Matt:

    Sixt und die Bundeswehr - Sixt und die Gewalt - Sixt bau ab - Jung von Matt sind geil

     

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