Martin Swelt

Romanauszug

„Das ist doch nicht dein Ernst!“ fragte Martin verzweifelt. Wußte aber längst, dass das einzige was Doris fehlte, jede Art von Humor war.

„Oh, doch“, knurrte sie.

„Ich kann keine Frauenkleider tragen, schon gar nicht in dieser Größe“, behauptete Martin.

„Wollen wir wetten?“

„Ich will das nicht“, wehrte Martin müde ab.

„Mein Vater wird durchdrehen, wenn er hört, dass du mich geschlagen hast, weil ich dein Ding nicht in den Mund nehmen wollte!“

„Hör endlich auf mit dem Mist“, forderte Martin sie verzweifelt auf.

„Mein Vater war im Krieg, er hat noch eine Pistole in seinem Schreibtisch!“ steigerte sich Doris nur immer weiter in ihre fixe Idee hinein. Martin schüttelte den Kopf. Es blieb ihm letztlich gar kein Ausweg. Gegen Doris Boshaftigkeit kam man einfach nicht an.

„Also gut“, willigte er zögernd ein. „Aber du erzählst es niemandem! Absolut niemandem!“

„Mal sehen“, sagte sie und legte den Kopf abwägend schief.

„Nein, entweder du versprichst es, oder …“, widersprach Martin energisch.

„Versprochen! Hier das zuerst“, freute sich Doris, als ob sie Geburtstag hätte.

„Das ist Unterwäsche!“

„Deswegen musst du sie zuerst anziehen.“

„Oh Mann, du gehst mir echt auf die Nerven“, stellte Martin klar. „Aber meine Unterhose behalte ich an.“

Doris grinste und hielt ihm ein hautfarbenes Mieder hin. Das sollte eigentlich eng sitzen, aber Martin rutschte es, wie ein Sack, bis fast auf die Knie. Doris kreischte unterdrückt vor Vergnügen.

„Jetzt den Rock“, kommandierte sie.

Martin zog den Rock bis knapp unter die Brust. Er hielt auch nur, weil er noch eine weiße Bluse darunter zog und den Gürtel im allerletzten Loch schloss. Aber einige heftige Bewegungen und alles würde verrutschen.

„Strümpfe! Hier du brauchst noch Strümpfe.“

„Wozu sind diese Clipdinger hier?“ fragte Martin.

„Da machst du die Strümpfe dran fest. So!“

Alles schlabberte an ihm herunter. Sogar die Strümpfe warfen Falten. Schuhe Größe vierundvierzig.

„Ohrclips!“ Doris hielt sie ihm hin. „Diesen Hut hier.“ Dann schloss sie die Schranktüren. In den Spiegeln sah Martin aus wie Mrs. Doubtfire in Säcke gehüllt.

„Eigentlich müssten wir dich ja noch schminken“, überlegte Doris.

„Nein, jetzt reicht‘s.“

„Also, wer von uns beiden ist die hübschere Frau?“

Die Frage war weiß Gott nicht schwer zu beantworten. Werner brach in schallendes Gelächter aus, als er den Raum betrat.

„Mann o Mann, du siehst vielleicht albern aus!“

Er lachte immer noch, als er das Heftchen sorgfältig wieder in der Schublade verstaute.

„Pscht!“ Doris lauschte. „Die Tür.“

Werner lauschte kurz und verdrückte sich dann immer noch lachend in sein Zimmer.

„Los beeil dich!“ hetzte Doris plötzlich.

Das brauchte Doris ihm nun wirklich nicht zweimal zu sagen.

Er hätte fast alle Knöpfe von der Bluse gesprengt, als er sie zu öffnen versuchte. Doris räumte unterdessen die Sachen wieder ein. Wenigsten ließ sie ihn in diesem Outfit nicht allein hier stehen. Ein letzter Rest von Anstand schien selbst Doris noch zu haben. Martin wollte gerade, die Strümpfe von den Clips zu trennen, da rief Frau Bruckner von unten: „Werner!“

Doris lauschte kurz und Martin hielt die Luft an. „Der Arsch antwortet nicht! Sie kommt hoch!“ behauptete Doris. Jeden Moment würde die Katastrophe ihren Lauf nehmen. Wie sollte er wohl Frau Bruckner erklären, was er hier in ihrer Unterwäsche trieb.

„Nimm deine Klamotten und lauf rüber in Werners Zimmer!“ befahl Doris energisch.

Martin dachte nicht weiter nach und rannte los. Doris verstaute noch schnell die Schuhe und kam hinterher gehastet.

Werner platzte fast vor Lachen, als Martin in dem Mieder mit einem Strumpf in sein Zimmer gestolpert kam.

„Gott, du hast echt Stil“, kreischte Werner und schlug sich lachen auf den Schenkel.

„Hör auf zu lachen!“

Martin fummelte den übrig geblieben Strumpf los und warf in Werner zu.

„Wow!“

„Sie kommt“, rief Doris und schloss leise die Tür. „Lass das an, verdammt. Hier, zieh einfach die Hose und ein T-Shirt drüber.“
Martin schaute sie an.

„Sie kommt!“

Es blieb ihm einfach nicht die Zeit für irgendwelche Alternativen. Die Hose war schnell angezogen, das überhängende Mieder darin verstaut. Das T-Shirt gerade übergezogen, da wurde auch schon die Tür geöffnet.

„Hört mal Kinder, geht doch bitte ein bisschen raus. Vater steht gleich auf und ich möchte nicht, dass er schlechte Laune kriegt, wenn er nicht in Ruhe frühstücken kann.“

Ich setze auf Grundlage meiner berechtigten Interessen (d.h. der Analyse und Optimierung meines Onlineangebotes im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO) einen anonymisierten Counter ein. Die durch das Cookie erzeugten anonymen Informationen über die Benutzung dieses Onlineangebotes werden ausschließlich auf meinem eigenen Server gespeichert und werden nach 12 Monaten automatische wieder gelöscht. Es erfolgt weder eine Weitergabe an Dritte, noch irgendeine Nutzung, die über die bloße statistische Erhebung hinaus geht (keine Verwendung für Onlinewerbung). Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, dann verlassen Sie meine Seite bitte unverzüglich und entblößen sich lieber bei Google & Co.
Oder das Tracking hier ablehnen.