Club der Zugbegleiterinnen

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Der Club der Zugbegleiterinnen wurde 1952 von einigen englischen Schaffnerinnen in Leeds gegründet. Nachdem der Krieg zu Ende war, wollten einige ehemalige Bahnangestellte den Veteranen einen schönen Tag bereiten.

Dazu erwarb der Club einen stillgelegten Zug und sanierte ihn, veranstaltete dann einmal im Monat eine Zugfahrt in die Berge. Früher war das Erlebnis nur für Veteranen gedacht, heute mangels noch lebender Teilnehmer hat sich der Club entschlossen auch Eisenbahnfans teilnehmen zu lassen. Zumal auch die Damen nicht mehr dieselben waren.
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Um das Gefühl einer historischen Bahnreise authentisch zu gestalten haben sich die Damen damals einige Original Uniformen besorgt, die auch heute noch im Einsatz sind. Die jüngeren Damen mußte natürlich erst lernen wie man sich richtig kleidet und bewegt. Das Prozedere vor Fahrtantritt ist noch so wie in den Fünfziger Jahren.

Die Chefbegleiterin kontrolliert vor der Fahrt die Strumpfhalter und den korrekten Sitz der Nylons aller Damen. Erst dann dürfen sie den Zug betreten und ihrer eigentlichen Tätigkeit nachgehen.

Sobald die letzte Dame es geschafft hat den Waggon mit angemessener Eleganz zu besteigen geht die fahrt los.
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Wenn der Zug sich dann in Bewegung gesetzt hat, geht eine Zugbegleiterin nach der anderen durch die Waggons und kontrolliert die Fahrkarten. Sie entwertet mit ihrem Knipser aber nur diejenigen Karten von Fahrgästen, die ihr besonders gut gefallen. Insgesamt darf jede Zugbegleiterin drei Fahrkarten entwerten.
Jeder Mann versucht soviel Löcher in der Fahrkarte zu haben wie möglich.
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Manche der älteren Herren erregt die Zugfahrt in der historischen Eisenbahn derart, dass eine sofortige Betreuung durch die Zugbegleiterin nötig wird. Das ist aber kein Problem, da ja genug Schaffnerinnen anwesend sind und sich immer eine Damen findet, die bereit ist sofort einzugreifen und nötig zu werden.
Wenn sich dann alle wieder beruhigt haben, machen die Zugbegleiterinnen in ihrem Abteil Pause bei einem Gläschen Prosecco.
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Wenn dann endlich der Zielbahnhof erreicht ist und die Gruppe vollständig versammelt ist, beginnt der eigentlich kurze Aufstieg zum Hotel. Doch der ist für manche der Damen ein Problem, weil sie es kaum noch geübt sind in angemessener Kleidung längere Strecken hinter sich bringen.
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Es ist der besondere Service, der den „Clubs der Zugbegleiterinnen“ auszeichnet. Und der läßt sich auf den zweiten Weltkrieg zurückführen, als viele Soldaten ihre letzte Zugfahrt auf dem Weg zu Front erlebten. Unsere Damen fühlen sich verpflichtet, heute wie damals als Dienst am Vaterland den Männern eine letzte Freude zu gewähren. Auch, wenn die Männer heute eigentlich jedes Wochenende wieder mit dabei sind.
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Wenn Sie Interesse einer an einer Mitgliedschaft haben, dann bewerben Sie sich doch einfach unter:

Club der Zugbegleiterinnen
Von-Myra Strasse 69
63071 Gamsheim

Bewerbungen mit Foto und Führungszeugnis sind erst ab 40 Jahren möglich.
Nach dem gemeinsamen Abendbrot kommt es dann zum großen Finale. Der Mann mit den meisten Löchern in seinem Ticket darf sich zuerst die Begleitung für die Nacht aussuchen. Das ist ein bißchen wie früher mit den Schlüsselpartys.

Darüber hinaus gibt es nur zwei weitere Regeln. Da wir inzwischen sehr viele Paare als Mitglieder haben, darf man nicht die eigene Frau wählen. Normalerweise haben wir mehr Männer als Frauen im Zug. Wenn aber, wie zu Zeiten einer Fußball WM die Frauen in der Überzahl sind, bekommt der letzte Mann, sozusagen als Trostpreis alle Frauen die übrig sind.